Bava Kamma 137

Kapitel 137

א חייב אתה ליתן לו טבח ומכר משלם תשלומי ארבעה וחמשה מ"ט כיון דלא פסקה מילתא אכתי גנב הוא
1 wenn aber: du bist verpflichtet, es ihm zurückzugeben, und er es schlachtet oder verkauft, so muß er das Vier- oder Fünffache zahlen, denn solange die Sache noch nicht erledigt ist, ist er ein Dieb. –
ב לא צריכא דאמרי ליה חייב אתה ליתן לו:
2 In dem Falle, wenn sie zu ihm gesagt haben: du bist verpflichtet, es ihm zurückzugeben.
ג גופא אמר רבי יוחנן גזל ולא נתייאשו הבעלים שניהם אינן יכולים להקדיש זה לפי שאינו שלו וזה לפי שאינו ברשותו ומי אמר ר' יוחנן הכי והא"ר יוחנן הלכה כסתם משנה
3 Der Text. R. Joḥanan sagte: Wenn jemand etwas geraubt und der Eigentümer sich davon nicht losgesagt hat, so können beide es dem Heiligtume nicht weihen, der eine, weil es nicht sein Eigentum ist, und der andere, weil es nicht in seinem Besitze ist. – Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, R. Joḥanan sagte ja, die Halakha sei nach einer anonymen Lehre zu entscheiden,
ד ותנן כרם רבעי היו מציינין אותו בקזוזות אדמה סימנא כי אדמה מה אדמה איכא הנאה מינה אף האי נמי כי מפרקא שרי לאיתהנויי מינה
4 und eine solche lehrt: Den vierjährigen Weinberg kennzeichnet man mit Erdschollen. Dies bedeutet nämlich, er gleiche der Erde: wie von der Erde ein Nutzen zu haben ist, ebenso ist auch von diesem, wenn man ihn auslöst, ein Nutzen zu haben. Das Ungeweihte [kennzeichnet man] mit Scherben.
ה ושל ערלה בחרסית סימנא כחרסית מה חרסית שאין הנאה מינה אף האי דלית ביה הנאה מיניה
5 Dies bedeutet nämlich, es gleiche einer Scherbe: wie von einer Scherbe kein Nutzen zu haben ist, ebenso ist auch von diesem kein Nutzen zu haben.
ו ושל קברות בסיד סימנא דחיור כעצמות וממחה ושופך כי היכי דניחוור טפי
6 Grabstätten [kennzeichnet man] mit Kalk. Ein Kennzeichen, das weiß ist wie Knochen. Man verrührt ihn und gießt ihn hinauf, damit er noch weißer werde.
ז אמר רבן שמעון בן גמליאל בד"א בשביעית דהפקר נינהו
7 R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Dies nur im Siebentjahre, weil [die Früchte] dann Freigut sind,
ח אבל בשאר שני שבוע הלעיטהו לרשע וימות
8 in den übrigen Jahren des Septenniums aber lasse man den Frevler fressen, daß er sterbe.
ט והצנועין מניחין את המעות ואומרים כל הנלקט מזה מחולל על המעות הללו
9 Die Strengfrommen hinterlegen das Geld und sprechen: was hier gesammelt worden ist, sei durch dieses Geld ausgeweiht.
י וכי תימא מאן תנא צנועין רשב"ג (ורבי יוחנן כסתם יחידאה לא אמר)
10 Wolltest du erwidern, der Autor der Lehre von den Strengfrommen sei R. Šimo͑n b. Gamliél, und R. Joḥanan habe dies nicht von einer anonymen Lehre eines einzelnen gesagt,
יא והאמר רבה בר בר חנה אמר רבי יוחנן כל מקום ששנה רשב"ג במשנתנו הלכה כמותו חוץ מערב וצידן וראיה אחרונה
11 so sagte ja Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, daß überall, wo R. Šimo͑n b. Gamliél etwas in unserer Mišna lehrt, die Halakha wie er sei, außer bei [den Lehren] vom Bürgen, vom Ereignisse in Çajdan und vom nachträglichen Beweise!? –
יב אמרי לא תימא כל הנלקט מזה אלא אימא כל המתלקט מזה
12 Ich will dir sagen, lies nicht: was hier gesammelt worden ist, sondern: was hier gesammelt werden wird. –
יג ומי א"ר יוחנן הכי והא"ר יוחנן צנועין ורבי דוסא אמרו דבר אחד ורבי דוסא נלקט קאמר
13 Kann R. Joḥanan dies gesagt haben, R. Joḥanan sagte ja: die Strengfrommen und R. Dosa lehrten dasselbe, und R. Dosa sagt ja: gesammelt worden ist!?
יד דתניא רבי יהודה אומר שחרית בעל הבית עומד ואומר כל שילקטו עניים היום יהא הפקר
14 Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagt, morgens trete der Eigentümer vor und spreche: was die Armen heute sammeln werden, sei Freigut;
טו רבי דוסא אומר לעיתותי ערב אומר כל שלקטו עניים יהא הפקר
15 R. Dosa sagt, er spreche abends: was die Armen gesammelt haben, sei Freigut!? –
טז איפוך דר' יהודה לר' דוסא ורבי דוסא לרבי יהודה אמאי אפכת מתניתא אפכה לרבי יוחנן ואימא צנועין ורבי יהודה אמרו דבר אחד
16 Wende es um, R. Jehuda mit R. Dosa, und R. Dosa mit R. Jehuda. – Wozu brauchst du diese Lehre umzuwenden, wende doch den Ausspruch R. Joḥanans um und lies: die Strengfrommen und R. Jehuda lehrten dasselbe!? –
יז אמרי לא סגיא דלא מתהפכת מתניתא דבהא מתניתין קתני דאית ליה לרבי יהודה ברירה ושמעינן ליה לרבי יהודה בעלמא דלית ליה ברירה דתנן
17 Ich will dir sagen, es geht nicht anders, als diese Lehre umzuwenden; in dieser wird gelehrt, daß es nach R. Jehuda eine fiktive Sonderung gebe, während wir aus einer anderen Stelle wissen, daß es nach R. Jehuda keine fiktive Sonderung gebe. Wir haben gelernt: